Das Kottabos-Spiel

Kottabos – „Schiffe-Versenken“ auf Griechisch

(Eine halbe Stunde Griechisch für alle am 08.10.2015)

 

Das Symposion

Die männlich dominierte Gesellschaft des antiken Griechenland hatte ihre Trinkrituale wie die heutige auch. Doch ging man nicht zum Stammtisch in die nächste Weinstube, sondern zum Symposion, was so viel bedeutet wie „gemeinsames Trinken“.

Die Männer trafen sich in Privathäusern in eigens dafür ausgestatten Räumen, man lag auf Liegen mit Polstern und Kissen auf die Mitte des Raumes ausgerichtet, man ließ sich von Sklaven bedienen und hatte mancherlei Unterhaltung, angefangen vom Vortragen von Gedichten und Liedern über spontan gehaltene Reden, lustigen Spielen bis hin zum Musizieren und Tanzen durch bezahlte Gespielinnen, die unter Umständen auch für andere Dienste zur Verfügung standen.

 Symposiasten mit Flöte spielendere Hetäre

Maßvolles Trinken nach festen Regeln?

Damit die Symposien nicht in wüste Saufereien ausarteten, gab es feste Regeln fürs Trinken. Man opferte den Göttern und wählte einen Trinkvorstand, den Symposiarchen, der festlegte wie viel und in welcher Mischung der Wein getrunken werden sollte. Mindestens zwei Drittel Wasser sollte die Mischung enthalten, alles andere galt als unfein oder gar barbarisch. Man kann sich allerdings vorstellen, dass solche Regeln auch deshalb geschaffen werden mussten, weil es auch immer wieder maßlose Trinkereien gab. Allein die Bemerkungen in Platons „Symposion“ deuten auf solche Exzesse hin. Und auch die zahlreichen Vasenmalereien mit „speienden Zechern“ sind sicher nicht in erster Linie auf den Genuss verdorbener Speisen zurückzuführen.

 

 

Das Kottabos-Spiel

Eines der beliebtesten Spiele beim Symposion war das sog. Kottabos-Spiel. Bei diesem versuchten die Teilnehmer eines Trinkgelages den Rest des Getränkes, der sich noch in ihren Trinkschalen befand, gezielt so durch den Raum zu schleudern, dass sie damit ein auf einen Stab gelegtes Metallplättchen trafen, das dann herunter auf ein anderes rundes Metall fiel und so einen hellen Ton erzeugte.

 

„Schiffe-Versenken“ auf Griechisch

In einer anderen Variante des Kottabos-Spiels musste man kleine „Schiffchen“, die in einem Gefäß in der Mitte des Raumes schwammen, so treffen, dass sie untergingen.

Das Kottabus-Spiel wurde angeblich von Griechen auf Sizilien im 6. Jhdt. v. Chr. erfunden und verbreitete sich rasch auch in Unteritalien und im griechischen Mutterland. Sehr beliebt wurde es auch bei den Etruskern. Die Römer allerdings scheinen nichts dafür übrig gehabt zu haben.

Wer in You-Tube die Suchbegriffe „Kottabos“ und „Symposion“ oder „Symposium“ eingibt, kann Videofilmchen von Archäologen und anderen Antiken-Begeisterten finden, die das Kottabos-Spiel ausprobieren und vorführen. Von der Nachahmung im heimischen Wohnzimmer wird hier ausdrücklich abgeraten.

 

J. Amon

 



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