London 2012

Print

Auch im September 2012 hieß es für 45 Neuntklässler/-innen des WiG: „Off we go!“ und „Watch out, London, here we come“. Unter der Leitung von StR Hohm (Delegationsleiter) sowie den weiteren begleitenden Lehrkräften StD Graus, StRin Scheumann und OStR Gerlich setzte sich der Tross im Bus zu nachtschlafender Zeit in Bewegung.

Das erste Highlight erwartete die muntere Reisegruppe auf der Fähre nach Dover, wo sich die White Cliffs bei strahlendem Abendsonnenschein von ihrer schönsten und hellsten Seite zeigten.

 

Am Abend fand in Croydon, einem der malerischsten Stadtteile Londons, die Übergabe der Kids (und Lehrkräfte) an ihre gastgebenden Familien statt – eine aufregende Etappe, die aber wie die gesamte Fahrt wie am Schnürchen vonstatten ging.

 

Am ersten Tag ging es gleich ins Herz der Metropole, wo die Jugendlichen mit Referaten sowie Westminster mit strahlendem Sonnenschein glänzte. Nachdem sich die WiG-Botschafter/-innen vom ordnungsgemäßen Ablauf der Changing of the Guards überzeugt und sich ans grundschulartige Zwei-und-Zwei-Laufen über die Londoner Trottoirs gewöhnt hatten, konnte das Lehrkräfteteam getrost die erste Pause ausrufen. Unter Nelson’s Column fand die Gruppe pünktlichst wieder zusammen.

Dies war allerdings auch nötig, um auch noch den zweiten Teil des umfassenden Zu-Fuß-Programms bewältigen zu können: Die Besichtigung der St. Paul’s Cathedral (tapfer kämpften sich die allermeisten Kids sogar bis zur Golden Gallery im obersten Kuppelbereich vor) stellte Ansprüche an Geist und Körper, bevor dann die (wenigen) Kunstbeflissenen an der Tate Modern auf dem Weg zur Tower Bridge eingesammelt wurden.

 

Letzter Programmpunkt war an diesem Busy Tuesday die Besichtigung des Tower of London, die in vier Kleingruppen erfolgte. Mit dem Glanz der Kronjuwelen und manch blutigem Detail aus der wechselvollen britischen Geschichte wurde das Kulturinteresse der wackeren Würzburger/-innen nochmals angestachelt, bevor sie sich – pünktlichst – zum Rendez-vous mit unserem brillanten Busfahrer Klaus in einem nahen Parkhaus begaben.

Der zweite Tag vor Ort stand morgens im Zeichen des englischen Monarchen mit dem wohl zweifelhaftesten Ruf: Heinrich VIII. hatte in sein Schloss Hampton Court geladen, und das Wirsberg nahm dankend an und ließ sich von einer ortskundigen Guide über die Essgewohnheiten, Eigenarten und Eigentümlichkeiten des Genussmenschen informieren. Im Labyrinth bewiesen unsere Jugendlichen eine erstaunliche Orientierungsfähigkeit (wobei das abfotografierte Luftbild auf den Kameras manchen geringfügig geholfen haben dürfte).

Mit Siebenmeilenstiefeln eilte die Expedition danach zum Bus und dieser beförderte sie flugs am Buckingham Palace, an Harrods und am Big Ben Tower vorbei zum Musical-Theater, wo Jung und Älter von der famosen Darbietung des Lion King geradezu von den Sitzen gerissen wurde.

Auch der nächste Abend-/Morgenaufenthalt in ihren gastgebenden Familien schien den Zöglingen sehr gut bekommen zu sein, so dass am Donnerstag richtig hart mit ihnen gearbeitet werden konnte: Im Naturkundlichen Museum von Oxford standen ihnen schwere Fragen und Prüfungen (wie etwa die haptische Begegnung mit Dinosaurierexkrementen und allzu lebendigen Kakerlaken) bevor, die sie allerdings so löblich meisterten, dass sie von Leader Hohm in Kleingruppen – ausgestattet mit absolut narrensicheren Stadtplänen – auf die ruhmreiche Universitätsstadt losgelassen werden konnten. Dass eine Gruppe zunächst in die innenstadtabgewandte Richtung unterwegs war, ehe sie sich eines Besseren besannen bzw. der unauffälligen Verfolgung der Paukerschaft widmeten, ist ein weder zu bestätigendes noch zu dementierendes Gerücht.

Bad news for Harry Potter fans – der berühmte Speisesaal aus den Blockbusterfilmen war leider nicht zugänglich, wohl aber der Schauplatz einer markanten Szene aus dem 4. Teil: der Kreuzgang und der gewaltige Baum, unter dem ein gewisser Draco M. einst in ein Frettchen verwandelt wurde...

Wer jedoch denkt, dass Oxford von unseren lieben Kindern (nur) zur Sammlung weiterer kultureller Fleißkärtchen genutzt wurde, irrt: Schon nach ca. einer Stunde warnte ein gewisser M. M. die bummelnden Pädagog/-innen: „Wir brauchen einen größeren Bus für die Rückfahrt – manche Mädels haben schon tausende gigantische Einkaufstüten in der Hand!“ Anm. d. Red.: Glücklicherweise bewältigte unser hypermoderner Reisebus sowohl räumlichen Umfang als auch Gewicht der Einkäufe ohne Probleme.

Der letzte Tag vor Ort wurde v.a. von den Lehrer/-innen mit Spannung erwartet, da unser Busfahrer vor der langen Heimreise lange genug pausieren musste und deshalb für die Fahrt nach Downtown London auf öffentliche Verkehrsmittel zurückgegriffen werden musste.

Schon an der Croydoner Bahnstation schien uns das Glück verlassen zu haben, da der zuständige Beamte an den Drehkreuzen die 49 Touris lieber länger vor seinen Augen als auf dem Bahnsteig sehen wollte, was zu einem recht rasanten Ritt zur Platform führte, als man uns endlich ,durchdrehen’ ließ. Die Strenge des Drehkreuzwächters wurde jedoch umgehend durch die Milde und Geduld des Zugbegleiters wettgemacht, der – lässig an der Wagentür lehnend – den abgekämpften Führer der Nachhut mit den Worten begrüßte: „Take your time, man – are there any more kids comin’?“

Der Wechsel in die Tube, die Londoner U-Bahn, und der Transfer an die Themse verliefen wiederum kommod, und der Aufenthalt am Globe Theatre brachte zumindest die Shakespeare-Maniacs unter den deutschen Gästen ins Schwelgen. Führung wie Museumsausstellung ermöglichten eine virtuelle Zeitreise zurück in die Epoche des Barden der Barden.

Als letzten Programmpunkt hatte die Planerin der Studienfahrt, Frau StDin Ettemad Said, einen Besuch auf dem legendären Camden Market vorgesehen, dem ein ordentlicher Fußmarsch vorausging. Der Preis für den besten Deal ging an unseren Maxi S., dem es gelang, ein gläsernes Modell des Big Ben Tower für 20 statt der vom Händler ursprünglich angestrebten 50 Pfund zu erstehen – congratulations, Maxi!

16.30 Uhr, London, Camden Market, die Frisuren hielten – aber es schienen auch alle Londoner/-innen da zu sein! Ergo eine weitere reizvolle Aufgabe für die Erwachsenen, die Schutzbefohlenen durchs bunte Leben hindurch zur Tube zu schleusen und im Feierabendverkehr niemanden in den verschiedenen Schienenfahrzeugen zu verlieren.

Geschafft! dachten die Verantwortungstragenden auf dem Bahnsteig in Croydon, nur noch über die Straße zum Bus, und schon.... ach, der Wunsch nach einem letzten Toilettenbesuch in der Hauptstadt des Königinreiches bei vielen Jugendlichen – null Problemo! Sollte man meinen: Einerseits funktionierte die Damentoilette auf unserer Platform nur sehr widerwillig und geradezu public-service-artig langsam. Andererseits wurde den findigen WiG-Kids das Überwechseln auf einen der anderen Bahnsteige aus Sicherheitsgründen verweigert.

Einzelheiten mögen Ihnen, liebe Lesende, erspart bleiben, doch gelang es uns allen, sowohl erleichtert den Bus zu erreichen, als auch unserem Fahrgenie Klaus, die verlorene Zeit aufzuholen und unser Luxusgefährt sicher in den Euro-Tunnel-Zug zu manövrieren.

Verluste? Einzelne Burger-King-Produkte, die zu spät fertig wurden, ein paar Nervchen der Verantwortlichen, ansonsten eitel Sonnenschein mitten in der Nacht, als für unsere vier Geburtstagskinder ein Raststättenständchen erklang, das selbst hartgesottenen Truckern ringsum ein Tränchen in die Äuglein trieb

Fazit: Ein wunderbarer Trip, der den Lehrkräften noch durch die Mitteilung der Organisatorin vor Ort versüßt wurde, mehrere Gasteltern hätten sich telefonisch gemeldet um mitzuteilen, dass sie noch nie „such lovely“ kids bei sich gehabt hätten. In diesem Sinne: Thanks, kids,

and: The same procedure next year, Mr Hohm!

 



Copyright 2011. Joomla 1.7 templates, WGW.